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Wiesbadener Kurier

Farbquader auf verletzlicher Fläche

Bettina Gelhard - Reeh stellt Ölbilder und Zeichnungen im Atelier Moering aus

Im Atelier von Christa Moering sind jetzt Ölbilder und Zeichnungen von Bettina Gelhard - Reeh zu sehen. Die gebürtige Wiesbadenerin, die auch wieder hier lebt, war fünf Jahre lang im kalifornischen Santa Cruz künstlerisch tätig und ist vom Fach her Goldschmiedin. Wie immer, wenn man so etwas weiß, sucht man die Verbindung und tut sich damit diesmal schwer. Denn ihre Bilder deuten keineswegs auf den gewohnten Umgang mit zuletzt doch schwerem Material hin. Sie gehen von einer hochgradig empfindlichen, verletzlichen Fläche aus, die auch mit größter Sorgfalt selbst gestaltet wird; dekoriert mit lichten Farbquadern. Erst dann, so scheint es, wird sie zur Folie der Gegenstände darin, vorzugsweise Kannen und Flaschen, die ebenso behutsam wie deutlich hingesetzt sind. Solche Stillleben erinnern immer natürlich an Morandi, und wie bei diesem wird auch hier, man sehe etwa “Figurativ – Gegenstände”, die große Wirkung aus den Nuancen, den leisen Abstufungen und kleinen Abweichungen gewonnen. Das schließt ein beherrschendes Rot nicht aus, wie bei dem zentralen schönen Bild “Dunkle Flasche", und ebsowenig den klaren Kontrast zwischen der Lieblingsfarbe Blau und dem Gelb der Zitronen, deren Positionierung am Bildrand dann doch an originellen Schmuck denken läßt. Bei den Arbeiten in Mischtechnik oder Ölkreide entfalten sich über strukturiertem Untergrund ebenso das schlichte Muster geschlossener Fensterläden von “Gascogne IV” wie das lebhafte Stilleben “Sommerhut" oder die spiegelbildlich raffiniert gebrochene, farbfeine “Vase im Bild”. Diese Zeichnungen sind schwebend gehalten, wie noch im Entstehen, und profitieren davon; hingegen dürfte beim Ölbild (vgl. dazu "Tulpenvogel") der entschieden fertigen Version der Vorzug gehören. Wohl zu beachten noch die kleinen Aktzeichnungen; sie scheinen Skulpturen abzubilden und dringen von daher zu eigener, verbindlicher Gestaltung vor (bis 30.12.).

 

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Bilder von Bettina Gelhard - Reeh in Sommerhausen

Stilleben  Experimente

"Ich möchte nicht spektakulär sein." Eine ungewöhnliche Äußerung für eine Künstlerin. Bettina Gelhard - Reeh beschreibt damit ihren Weg in der Malerei, den sie in Anlehnung an die klassische Moderne eingeschlagen hat. Eigentlich kommt sie vom Abstrakten, von großformatigen Arbeiten. Aber in ihrer Ausstellung in der Galerie im Rathaus Sommerhausen wird deutlich, daß sie sich in den letzten Jahren entschieden der gegenständlichen Malerei zugewendet hat und ein mittleres bis kleines Format bevorzugt. Das Stilleben ist für die Wiesbadener Künstlerin ein Experimentierfeld. Sie läßt darin Farbklänge sprechen. Die Formen von Flaschen, Vasen, Kannen oder Obst sind mit einfachen Umrißlinien festgehalten. Erst mit einem mystisch schimmernden Blau oder Violett, mit einem leuchtend hervorstechenden Rot oder einem grellen Gelb bekommen die Ölkreidezeichnungen und Ölbilder Leben. Bettina Gelhard - Reeh hat ein ausgeprägtes harmonisches Farbempfinden, das sie ganz intuitiv in ihren Arbeiten zum Ausdruck bringt. Ihre Darstellungen sind zwar gegenständlich aber nicht realistisch. Zunehmend vereinfacht die Künstlerin ihre Motive und geht in die flächige Malerei über. Hintergrund und Standfläche der Gegenstände sind in einer an den Kubismus erinnernden Aufgliederung nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Diese Auflösung greift in "Blaues Stilleben mit Pfeife" auch auf den Vordergrund über. Für den Betrachter ist nur noch das Raucherutensil deutlich zu erkennen. Der Rest bleibt der Fantasie überlassen.Die Ausstellung, die im Rahmen der "Sommerhäuser Impressionen" stattfindet, ist bis zum 27. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

 

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